Nachtaktiver Mini-Architekt: Der Hamster als Haustier


Von Galaxia GmbH
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Nachtaktiver Mini-Architekt: Der Hamster als Haustier

Hamster – oder genauer gesagt Goldhamster – gelten oft als perfekte Einsteigertiere für Kinder: klein, süß und mit relativ kurzer Lebenserwartung im Vergleich zu anderen Tieren.

Viele Eltern lassen sich dadurch zu einer schnellen, manchmal unüberlegten Anschaffung verleiten. Doch eines vorweg: Eine artgerechte Hamsterhaltung ist keineswegs anspruchslos. Ganz im Gegenteil – die kleinen Fellnasen haben klare Bedürfnisse, die man unbedingt kennen sollte.

Wildhamster in Deutschland

Der Feldhamster – ein naher Verwandter des syrischen Goldhamsters – gehört inzwischen zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten. Die moderne Landwirtschaft und die Erschließung immer neuer Wohn- oder Industriegebiete lassen Wildtieren – und insbesondere auch dem Feldhamster – leider wenig natürlichen Lebensraum.

Er lebt am liebsten in dichten Kornfeldern und findet dort zunächst auch alles, was sein Hamsterherz begehrt: Schutz durch dichte Getreidehalme, reichlich Nahrung in Form von Getreidekörnern und Gräsern sowie genug Platz für seinen unterirdischen Bau mit verzweigten Gängen und Höhlen. Doch spätestens nach der Ernte verliert die Hamsterfamilie nicht nur ihre Nahrungsquellen, sondern auch ihren Schutz vor Feinden und ist gezwungen, umzuziehen. 

Durch fehlenden Schutz und ein geringes Nahrungsangebot wird den kleinen Wildtieren das Überleben erschwert – und es gibt immer weniger ihrer Art.

Der Hamster als Haustier

Sobald ein Tier bei dir einzieht, trägst du die Verantwortung für dieses Lebewesen: Auch ein Hamster ist vollkommen von dir abhängig und auf dich angewiesen. Du solltest dich bereits vor der Anschaffung mit den Bedürfnissen der Tiere auseinandersetzen und abwägen, ob du diese erfüllen und ihnen ein artgerechtes Zuhause bieten kannst.

Hamster sind nachtaktive Tiere und benötigen generell einen ruhigen Ort für ihr Zuhause: Ein Platz in Tischhöhe und ohne Zugluft ist für den Hamsterkäfig oder das Hamstergehege optimal. Sie mögen es eher kühl, deshalb sollte der Käfig weder neben einer Heizung noch in der Sonne stehen. 

Der Wohlfühltemperaturbereich der Tiere liegt zwischen 20 und 26 Grad Celsius. Ab 34 Grad Celsius wird es für Hamster lebensgefährlich.

Bewegungsfreudige Höhlenarchitekten

Hamster sind leidenschaftliche Baukünstler und lieben es, Höhlen und Gänge anzulegen – das liegt in ihrer Natur. Handelsübliche Käfige können diese Anforderungen oft nicht erfüllen: Das Hamstergehege sollte eine Grundfläche von mindestens einem Quadratmeter haben und im Optimalfall über mehrere Ebenen verfügen, damit die bewegungsfreudigen Tiere genug Klettermöglichkeiten haben.

Außerdem muss das Hamsterzuhause für eine Einstreuhöhe von mindestens 30 Zentimetern geeignet sein, damit die Tiere graben und darin ihre Gänge oder Höhlen anlegen können. Große Käfige mit einer entsprechend hohen Plastikwanne sind gut dafür geeignet. Alternativ kannst du auch ein Aquarium oder ein Terrarium umbauen. Achte allerdings darauf, dass die Sauerstoffzufuhr gewährleistet ist und die Tiere keine Fluchtmöglichkeiten haben. Ein befestigter Gitteraufsatz kann zum Beispiel eine Abdeckung aus Glas oder Plastik ersetzen.

Inneneinrichtung – Was darf im Hamsterheim nicht fehlen?

Hochwertiges Einstreu

Neben einem stabilen Futternapf und einer Glastränke steht ein hochwertiges Einstreu an erster Stelle: Mische das Streu am besten mit Papierschnipseln, Heu oder Stroh, damit deine Fellnase besser buddeln kann und die sorgfältig angelegten Gänge stabiler sind. Sägemehl, Torf oder Hobelspäne sind allerdings nicht geeignet: Feine Staubpartikel können zu Augenreizungen und im schlimmsten Fall zu Atemwegserkrankungen deiner Lieblinge führen.

Ein geschütztes Nagerhaus

Da Hamster nachtaktiv sind, benötigen sie ein Nagerhaus, in das sie sich tagsüber zum ungestörten Schlafen zurückziehen können. Am besten eignet sich ein Häuschen aus unbehandeltem Holz, das ohne Bedenken angeknabbert werden darf. Im Optimalfall verfügt das Schlafhaus über zwei separate Kammern, die dein Hamster als Schlaf- und Vorratsbereich nutzen kann. Hamster bunkern in ihrem Haus gerne Futtervorräte – du solltest Futterreste regelmäßig entfernen und das Holzhaus reinigen, damit dein Tier gesund bleibt.

Kuscheliges Nistmaterial

Hamster lieben es kuschelig: Biete deiner Fellnase ausreichend Stroh, Heu sowie Schnipsel aus Papier, Nagerfloor, Taschentüchern, Toiletten- oder Küchenpapier an, aus denen es sich ein gemütliches Nest bauen kann. Auf synthetische Hamsterwatte oder Wollfäden solltest du hingegen verzichten, da sich die zierlichen Tiere darin verheddern und verletzen können.

Ein sicheres Hamsterrad

Auch ein Hamsterrad braucht deine Fellnase unbedingt, um ihren Bewegungsdrang ausleben zu können: In der Nacht legt ein Hamster rund 19 Kilometer Strecke darin zurück. Damit das Rad keine Gefahr für dein Tier darstellt, achte auf eine geschlossene Lauffläche ohne Gitterstäbe, in denen sich dein Hamster einklemmen könnte. Das Hamsterrad sollte außerdem nur zu einer Seite geöffnet und standfest sein oder sich an der Gehegewand sicher befestigen lassen. Am besten eignet sich ein Rad aus unbehandeltem Holz, das dein Tier bedenkenlos anknabbern kann.

Abwechslung und Beschäftigungsmöglichkeiten

Für spannende Abwechslung sorgen beispielsweise Weidenbrücken aus Naturholz sowie Tunnel aus Stoff oder natürlichen Materialien: Ein hochwertiger Holztunnel oder eine Korkröhre bietet beispielsweise Versteck und Aussichtsplattform in einem. Lasse deiner Kreativität freien Lauf!

Sandbad oder Hamstertoilette

Viele Hamster lieben Sandbäder. Befülle ein Gefäß aus Ton oder Holz mit Chinchillasand und probiere aus, ob dein Hamster Freude daran hat: Hamster rollen darin gerne hin und her.

Alternativ kannst du ein mit Sand oder Streu gefülltes Keramikgefäß auch als Nagertoilette anbieten, das du in einer Ecke des Geheges platzierst. Hamster nehmen diese Möglichkeit gerne an – und die Käfigreinigung wird zudem deutlich vereinfacht.

Kleine Mitbewohner mit hohen Ansprüchen

So klein die niedlichen Tiere auch sind: Als verantwortungsvoller Hamsterhalter solltest du die Bedürfnisse deiner Hamster kennen, um ihnen ein artgerechtes Zuhause bieten zu können. Mit etwas Feingespür und viel Aufmerksamkeit wirst du mit liebenswürdigen und faszinierenden Mitbewohnern belohnt.